Kohärente Siedlungspolitik in der Gemeinde Spiez?
Hier im Gwatt, auf einer der letzten Grünflächen und zwischen zwei Naturschutzgebieten liegend, soll gemäss dem Gemeinderat von Spiez eine überrissene bauliche Nutzung möglich werden. Dabei gelte es mit dem Boden „haushälterisch“ umzugehen und eine verdichtete Bauweise anzustreben.
Die vorgesehene Baufläche liegt am nördlichen Rand von Spiez und damit sehr peripher zum Zentrum von Spiez.
Nachfolgend einige Beispiele wie in den letzten Jahren in der Gemeinde Spiez „haushälterisch“ mit dem Bauland umgegangen wurde.

Wenn nicht im Dorfzentrum verdichten, wo dann? Der Lidl hat mitten im Zentrum ein eingeschossiges Verkaufsgebäude erstellt. Nachdem ein mehrgeschossiges Gebäude abgebrochen wurde. Dies mit dem Segen der Bau- und Planungskommission von Spiez.
Wir finden: Eine verpasste Chance für eine Siedlungsverdichtung, mit der Genehmigung durch die Gemeinde- behörde!

Vis à Vis des Lidl, ebenfalls der Abbruch eines mehrgeschossigen Gebäudes und Neubau eines eingeschossigen Landishops mit Tankstelle. Was auf einer solchen Fläche möglich wäre, zeigt das hinter liegende Gebäude der BLS mit Gewerbe- Büro- und Restaurationsnutzung. Das wäre unserer Meinung nach eine Verdichtung nach Innen. Die Einflussnahme der Gemeindebehörde blieb aber aus.

Die Landi im Spiezwiler konnte dank einer Umzonung und mit einer Überbauungsordnung gebaut werden. Eine riesige versiegelte Verkaufsfläche. Mit der Überbauungsordnung hätte für die Gemeinde die Gelegenheit bestanden eine intensivere Nutzung möglich zu machen.
Verdichtung? Einmal mehr kein Thema!
An diesen Beispielen kann sehr gut aufgezeigt werden, wie in der Gemeindepolitik das Wort „haushälterische Baulandnutzung“ umgesetzt worden ist. Wir vermissen jegliche strategische Ausrichtung zum Thema „Verdichtung“ seitens der Gemeindebörden. Wie Beispiele zeigen, gäbe und gibt es viele Möglichkeiten dieses Thema fundiert und verantwortungsvoll mit einer durchdachten Strategie zu verfolgen.
Nun soll aber in einem derart sensiblen Gebiet wie dem Gwatt ein Moloch entstehen, bei welchem es vor allem um Ertragsoptimierung geht. Dies alles unter dem Deckmantel „haushälterische Baulandnutzung“ welche in unserem Verständnis nur eine Augenwischerei ist und überhaupt nicht einer qualitativen inneren Haltung der Bau- und Planungskommission sowie des Gemeinderats von Spiez entspricht.